Hessische Landjugend e.V.

Presse

Landwirtschaftliche Woche Süd

Spannendes Thema lockte Junglandwirte nach Gernsheim

Am 30. Januar fand der jährliche Junglandwirteabend im Zuge der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen in Gernsheim statt.

Rund 30 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung in der Stadthalle mit dem Titel „Krisenabsicherung in der Landwirtschaft – Sommer 20182?“. Bianca Plückhahn (Deutscher Wetterdienst) ordnete dabei den Sommer 2018 anschaulich in das Klimageschehen ein, war dieser doch seit den Aufzeichnungen 1881 der wärmste und trockenste Sommer, den der Deutsche Wetterdienst zu verzeichnen hatte. „Die Temperaturen steigen nicht nur insgesamt an, vielmehr ist es so, dass die Jahreszeiten und –unterschiede immer extremer werden. So werden die Sommer wärmer und trockener, die Winter dafür kälter und nasse. Und vor allem verschiebt sich der phänologische Kalender. Also die Jahreszeitenzuordnung orientiert am Beginn der Blüte diverser Pfalzen“ so Plückhahn. Frank Käufler (Ackerbauexperte) stellte zunächst heraus, wieso unsere Fruchtfolge und Anbaustrategien sowie Feldbearbeitungen aus der Vergangenheit auch dazu beigetragen haben, wieso heimischen Böden nicht standfest gegenüber diesen Wetterextremen sein können „Nur durch eine hohe Bestandsdichte, die den Boden frühzeitig bedeckt, kann eine hohe Verdunstung verhindert werden“. Neben all der Gentechnik, die versucht, witterungsresistente Pflanzen zu erzeugen, sind für ihn aber vor allem eine passende Fruchtfolge, Stoppel- und Erntemanagement und eine ausgiebige Feldhygiene, also der effiziente und sinnvolle Einsatz von Betriebsmittelen der Schlüssel zum Erfolg. Doch vor allem bedeutet der Beruf „Landwirt“ nicht das Anschauen des Ackers aus dem Auto heraus, sondern die aktive Feldbegehung und Auswertung „ Zusammen geht’s besser! Treffen Sie sich und tauschen Sie sich aus. Dafür steht Verbandsarbeit, dafür steht die Landjugend“. Jürgen Schuldig-Fritsch (Vereinigte Hagelversicherung Gießen) stellte darauf aufbauend die Hagelversicherung und ihre diversen Versicherungsmöglichekeiten vor. Er betonte, dass es sich bei der Dürre- im Gegensatz zur Hagelversicherung um eine reine Index-Versicherung handele, also keine schadensbasierte Bewertung stattfinde. Es sei zu beachten, dass Deutschland als eines von wenigen Ländern noch keine Nationale, gar EU-Mittel geförderte Versicherung habe und die Landwirte selbst mit 50-70% Eigenanteil haften würden. Dazu kommt, dass in Deutschland eine Versicherungssteuer von 19% anfalle. Schuldig-Fritsch sieht hier die Lösung in einer Anschubfinanzierung aus staatlichen Mitteln als absolut notwendig und sinnvoll.

Im Anschluss an die Impulsvorträge stellten sich die Referenten versiert den Fragen aus dem Plenum und kamen zu dem Schluss, dass es vor allem langfristig keine sicheren Prognosen geben kann, wie sich das Klima entwickeln wird und Landwirte damit auch weiterhin mit Ausfällen kalkulieren müssen. Eine gute fachliche Praxis kann aber helfen, schlimmeres zu verhindert. Aber auch unsere Regierung ist gefragt, ihre Fördermöglichkeiten im Bereich der Dürreversicherung zu überdenken.

 

Text & Bild: Hessische Landjugend e.V.