Hessische Landjugend e.V.

Presse

Agrarfachfahrt Marokko

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Hessischen Landjugend besteht darin, Bildungsreisen in verschiedene Länder und Kulturen mit

  

unterschiedlichen Schwerpunkten zu organisieren. Im Fokus dabei steht stets die Erweiterung des eigenen Horizonts. 

22 Landjugendliche zwischen 19 und 33 Jahren aus ganz Hessen starteten in den frühen Morgenstunden mit einem Flug von Frankfurt aus in Richtung Marrakech in den Tag und somit auch unsere 10 – tägige Agrarfachfahrt nach Marokko. Nach einer ersten Erkundungstour durch das orientalische Marrakech und dessen berühmten Gauklerplatz fuhr die Reisegruppe entlang der Westküste und machte ihren ersten Halt im malerischen Hafenstädtchen Essaouira. Weiter ging es zu einer Frauenkooperative, welche das kostbare Arganöl produziert sowie zu einer Bananenplantage. Auf dieser werden die kleinen, feinen und sogenannten kanarischen Bananen angebaut.

Nach einer Nacht in Agadir besuchte die Reisegruppe Abdellah Boudhira auf seiner Bio -  Gemüsefarm. Auf fast 9 Hektar Land baut er 65 verschiedene Gemüse- und Obstsorten an. Beeindruckt stellten die Landjugendlichen fest, dass die Art wie er Landwirtschaft betreibt sich zum Teil von unserer unterscheidet, da er keine Maschinen besitz, die Herausforderungen sich aber ähneln z.B. bei Bekämpfung von Schädlingen oder der Wasserknappheit. Boudhira arbeitet auf all seinen Feldern mit einer Tröpfchenbewässerung und besitzt eine Pumpe, um das sinkende Grundwasser nutzen zu können. In Marokko herrscht seit 2018 eine Dürreperiode an, was es der Landwirtschaft zunehmend erschwert regelmäßige Erträge einzufahren.

Nach diesem fachlichen Austausch ging es weiter über Taroudant nach Ait Benhaddou. Die Stadt am Fuße des Hohen Atlas ist eine der wenigen noch gut erhaltenen Lehmbausiedlungen in Südmarokko. Durch die Todra – Schlucht gelangte die Reisegruppe nach Erfoud und erlebte einen spektakulären Sonnenaufgang in der Sahara. Des Weiteren besichtigten sie die Khettara – Tunnel, eine unterirdische Wasserleitung, welche Wasser aus den Bergregionen ins Inland beförderte. Dabei können die handgegrabenen Tunnel bis zu 40km lang sein. Viele davon sind erst vor ca. 300 Jahren entstanden, die meisten liegen jedoch mittlerweile trocken, da ab den 1970er Jahren der Grundwasserspiegel durch den Einsatz von motorisierten Pumpen stark zu sinken begann.

Nach der Überquerung des Hohen Atlas stand die Besichtigung einer kleinen Apfelplantage und einer Olivenölfabrik mit traditioneller sowie moderner Verarbeitungsweise auf dem Programm. Zurück in Marrakech bewunderten die Landjugendlichen die Ben-Youssef-Madrasa, eine bedeutende islamische Hochschule aus dem 14. Jahrhundert und ließen sich am Abend vom eindrucksvollen Treiben des Gauklerplatzes verzaubern.

Der letzte Stopp war ein Milchviehbetrieb mit 80 Milchkühen, welche eine Milchleistung zwischen 30 -35l am Tag haben und 7 Mitarbeitern für die Tiere. Hier konnten die Landjugendlichen nochmal in einen umfangreichen Austausch mit den Landwirten gehen.

Mit all diesen neu gesammelten Eindrücken, vielfältigen Erlebnissen und vollen Koffern mit marokkanischen Erzeugnissen wie Olivenöl, Datteln und Arganöl traf die Reisegruppe wohlbehalten wieder zurück in der Heimat ein.

 

 

Text: HLJ

Foto: Pixabay

 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.